Die Einsamkeit der Zweisamkeit und was sonst dazwischen liegt!

Ganz am Anfang war sie angenehm und wohlig,
eine Wärme körpernah und funkelnagelneu.
Wir sprachen viel und, gleichviel wie wir uns drehten,
wir waren den Bildern unsrer Träume treu!

Wir ergossen uns, waren heiß vor Glück,
verschlangen uns – mit Gier und stark,
konnten nimmersatt auch nachts nicht ruh’n,
waren blind und hörig bis ins Mark!

Wir schworen täglich unsren Schwur,
beleckten unsere Zweisamkeit,
sprachen noch von Gottes großem Schicksalsspiel,
gnädig, groß – vor langer Zeit!

Denn es zog von fern die Dunkelheit heran,
wir baten den Wind, der Schwärze kein Geleit zu geben,
hörten Grollen, hörten Donner, sprachen kaum
und spürten schon die Erde beben!

Er blies für uns und kämpfte lang,
die Wolken mochten nicht vorüberziehen.
Der Schatten legte sich auf unser Liebeslicht,
und wir konnten nicht der Nacht entfliehen!

Wir glaubten, diese Dunkelheit zu kennen,
vertrieben alle Sorgen mit der Arbeit,
vertrieben sie beziehungstaub,
doch war das Herz uns eingeschneit!

Wir kühlten aus, wortlos, starr,
– uns blies der Wind nun ins Gesicht –,
die Wärme zwischen uns war weg,
verspielt, verloren, Eis geworden,
Eiszeit, karger kalter Dreck.

Alles grau in grau, trüb und ohne Hoffnung,
so sieht es aus an unserem Grab,
und niemand weiß warum
und ob es wirklich Gründe gab!

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