Die letzte Fährnis

Schwül und bedrückend, den Teufel verzückend,
den Herrscher der glühenden Zeit,
die Luft zum Anschnitt bereit,
so heizt der Mensch die Erde von innen,
liegt ein schwerer Stein auf Deinen Sinnen
so brennt die Seele wie trockenes Stroh,
der Fluch der bösen Tat – fegefeuernd, lichterloh!

Als hätte es die Sonne nie gegeben,
bedecken Flammen alles Leben,
schattenlos und ungeheuer hell und licht,
so drängt der Gluthauch dicht an dicht,
so wütet menschgemachte Feuersbrunst,
als wär ein Brandmal eine Kunst,
es schlagen Flammen aus der Erde,
die Hölle endlich Wahrheit werde!

Zur Geschichte:
Es war der heißeste Tag des Jahres.
Nichts bewegte sich in dieser Hitze.
Keiner hob auch nur den Arm.
So sehr begehrte der Teufel unsere Seelen.
Es faulten die Früchte.
Es verdorrten die Bäume.
Es schmolz das Eis.
Es verdunsteten die Meere.
– Dann war der Mensch reif.
Fiel auf die Knie.
Blickte verzweifelt zum Himmel.
Kein Mittel war ihm schändlich genug gewesen.
Er zeigte es dieser Erde.
Und nicht der Klügste war weise genug.
Dann redeteten sie von Gott.

Bis dann die Wolkendecke reißt,
wie ein gottgefällig Erdentor,
das „Vergeben und Vergessen“ heißt
schickt ein Gnadenrecht zur Menschheit vor.
E
in kleines Wolkenloch am feuergelben Horizont,
das sich erbietet, aller Hitze Raum zu geben,
und sich im Erbarmen Gottes sonnt,
den Schmerz im Teufelsofen aufzuheben,

Es leuchten dunkelrote Sonnenstrahlen,
gleißend heiß bekranzte Schönheit.
ein Irrwisch wird die Welt in neuen Farben malen,
für die Menschheit in geläuterter Ergebenheit,
Wir starren flehend – senken schuldvoll unser Haupt
vor der Hand in Gottes Güte,
die Vertrauen schenkt, die Angst uns raubt und
seine Wunder wohl behüte!

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